Einzug in den neuen Stall – wie unsere Kälber jetzt groß werden
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Moin, hier ist Curd. Bei uns hat sich in den letzten Wochen einiges getan: Unsere neuen Kälberställe sind bezogen, und ich verbringe dort gerade einen Großteil meiner Schicht. Höchste Zeit, euch mitzunehmen.
Warum gleich sieben Ställe?
Seit Oktober 2024 sind bei uns sieben neue Kälberställe entstanden – und ja, das ist mehr, als wir im Moment brauchen. Das hat einen Grund: Wir bauen bewusst mehr Buchten, als wir gleichzeitig belegen. So kann immer ein Teil leer stehen, wird gereinigt und trocknet richtig aus, bevor die nächsten Kälber einziehen. Das hält die Ställe sauber und bricht Infektionsketten, bevor sie überhaupt entstehen.
Gebaut sind die Ställe so, dass die Morgensonne früh hereinscheint und die Kälber wärmt. Über die offenen Seitenwände kommen jede Menge Licht und frische Luft rein; bei Kälte oder Zugluft fahren wir die Jalousien runter. Man merkt sofort, wie ruhig und angenehm das Klima da drin ist.
(Warum wir überhaupt gleich sieben Ställe bauen, hat Katharina schon vor dem Bau aufgeschrieben – nachzulesen in ihrem Beitrag „Stallbau mit Weitblick – für starke Kälber von Anfang an“.)
Zwei Ställe, zwei Lebensabschnitte
Die sieben Ställe sind nicht alle gleich – wir unterscheiden zwei Typen, je nach Alter der Kälber.
In den ersten vier Lebenswochen kommen die Kälber in die Einzelbuchten; davon haben wir vier baugleiche Ställe. „Einzeln“ heißt bei uns übrigens zu zweit: Zwei Kälber teilen sich eine Bucht, so haben sie von klein auf Gesellschaft. Getränkt wird hier über einen Roboter, das CalfRail – der fährt auf einer Schiene von Bucht zu Bucht und bringt die Milch direkt hin. Als Allererstes bekommen die Kälber das Kolostrum, die erste Muttermilch – vollgepackt mit Abwehrstoffen für ein starkes Immunsystem. Wasser und etwas Kälbermüsli stehen immer daneben.
Ab der vierten Woche ziehen die weiblichen Kälber – unsere eigene Nachzucht – in die Gruppenbuchten um, immer in Zehnergruppen; davon gibt’s drei Ställe. Die männlichen Kälber, die verkauft werden, bleiben so lange in den Einzelbuchten. In der Gruppe bleiben die Färsenkälber dann bis etwa zum fünften Lebensmonat – danach geht’s weiter in den Jungrinderstall und irgendwann in die Milchviehherde.
Der Tränkeautomat – der heimliche Star
In den Gruppenställen läuft die Tränke über Automaten – einer versorgt bis zu 40 Kälber. Statt Frischmilch gibt’s hier Milchaustauscher: ein hochwertiges Milchpulver, das der Automat mit warmem Wasser anrührt und über Schläuche zu den Nuckeln bringt. Das Anrühren macht er komplett allein, rund um die Uhr – die Kälber können also trinken, wann sie wollen (die Fachleute sagen „ad libitum“).
Damit trotzdem keins über die Stränge schlägt, trägt jedes Kalb einen kleinen Sensor im Ohr. Darüber erkennt der Automat jedes Tier einzeln und weiß genau, wie viel es am Tag schon getrunken hat – ist die altersgerechte Menge erreicht, ist für dieses Kalb erstmal Schluss. So bekommt jedes genau seine Portion.
Und die Kälber?
Die haben sich super eingelebt. Ein paar sind richtige kleine Nuckel-Fans und würden am liebsten den ganzen Tag saugen – an der Station, an den Fingern, an allem. Aber die Nuckel kennen sie schon aus ihren ersten Wochen, entsprechend schnell haben sie den Dreh raus.
Wenn ich das mit früher vergleiche, als die Kälber in den Iglus standen, liegen da Welten dazwischen. Mehr Platz, besseres Klima, jedes Tier im Blick – für mich ein Riesenschritt.
💡Kurz erklärt: Was sind Milchaustauscher?
Milchaustauscher ist ein hochwertiges Milchpulver für die Kälberaufzucht. Nachdem die Kälber in den ersten Lebenswochen die erste Muttermilch (Kolostrum) erhalten haben, wird sie durch Milchaustauscher ersetzt. Es versorgt Kälber mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen – genau abgestimmt und gleichmäßig portioniert. Bei uns kommt dafür Denkamilk zum Einsatz.
💡Kurz erklärt: Wie weiß der Automat, wie viel jedes Kalb trinkt?
In den Gruppenställen trägt jedes Kalb einen Sensor im Ohr. Darüber erkennt der Tränkeautomat jedes Tier einzeln und erfasst, wie viel Milch es am Tag schon aufgenommen hat. So kann er die Menge altersgerecht begrenzen – hat ein Kalb seine Portion getrunken, schaltet die Station für dieses Tier ab.
Warum das alles?
Am Ende geht’s um genau eine Sache: Gesunde, zufriedene Kälber von Anfang an sind die Grundlage für starke Kühe später. Dafür sind die neuen Ställe gebaut – und ich bin froh, dass ich von Anfang an dabei sein darf.
Bis bald, euer Curd