Kälberverkauf, Färsen wiegen und der ganz normale Wahnsinn dazwischen
Kontrollen, Kälbermilch und Verantwortung
Neuigkeiten
Färsen wiegen, bevor der Besamer kommt
Bei uns fängt vieles mit dem Wiegen an. Die Färsen — also unsere Jungrinder — werden gewogen, bevor sie besamt werden. Das ist wichtig, weil unser Besamer Maik wissen muss, welches Gewicht das Tier hat. Je nach Rasse braucht eine Färse ein bestimmtes Mindestgewicht, bei uns sind das gut über 400 Kilo, bevor sie überhaupt besamt werden kann. Das ist kein Selbstzweck: Stimmt das Gewicht, läuft später auch die Geburt reibungslos.
Kälberverkauf: Wie die Mastbullchen auf den Anhänger kommen
Ein großes Thema ist der Kälberverkauf. Wenn’s ansteht, laden wir maximal zehn Stück auf einmal — die kommen in eine Transportbox auf dem Radlader. Beim letzten Mal standen sogar 21 auf der Verkaufsliste. Mit der Box fahren wir nach vorne zum Haupteingang des Betriebsgeländes, da wo das alte Büro ist. Dort steht der Anhänger schon bereit, die Laderampe geht runter, die Seitenklappen werden weggeklappt, und wir fahren mit dem Käfig so dicht wie möglich ran und treiben die Kälber auf den Anhänger. Das sind zum Großteil Mastbullchen, also männliche Kälber. Die gehen an die Rinderzucht Berlin-Brandenburg (RBB), unsere regionale Rinderzuchtgenossenschaft. Manche verkaufen wir auch an Guido aus Schenkendöbern — unseren Nachbarbetrieb. Im Grunde verkaufen wir alles, was für die Mast geeignet ist und nicht für unsere eigene Reproduktion gebraucht wird — egal ob männlich oder weiblich.
Morgens als Erstes: Gruppe 26
Und dann ist da der normale Tag, der eigentlich nie ganz gleich aussieht. Morgens melken wir als erstes die Gruppe 26 — das ist unsere Krankengruppe, da kommt alles rein, was gerade nicht ganz fit ist. Danach geht’s hoch zum Machmud, der teilt uns die Aufgaben zu. Oft ist das Kälber wiegen oder Jungvieh kontrollieren: Dann weiß man, ob ein Tier schon eine Gruppe höher kann oder reif fürs Besamen ist.
Donnerstag ist Klauentag
Da suchen wir die Färsen raus, die was an der Klaue haben, holen sie über den Treibegang aus dem alten Stall und schicken sie hoch in den neuen Stall zum Klauenstand, wo der Klauenpfleger sie behandelt.
Iglo-Arbeit und Kärchern vor dem Verpächtertag
Ein Klassiker ist die Iglo-Arbeit. Wenn ein Kälber-Iglo frei wird, bauen wir es ab, misten aus, machen es sauber, bringen es wieder zurück, bauen die Gitter auf, streuen frisch ein und hängen die Nuckeleimer hin — bis alles steht und die nächsten Kälber einziehen können. Heute durfte ich außerdem die Zwischengänge zwischen Stall 1, 2 und 3 kärchern. Die werden mit der Zeit ganz schön rutschig — und vor dem Verpächtertag soll’s natürlich ordentlich aussehen. (Unsere Flächen haben wir von mehreren Verpächtern gepachtet — an so einem Tag schauen sie bei uns auf dem Hof vorbei, wie alles läuft.)
💡Was ist eigentlich das Stalltelefon?
Klingt nach altem Wandgerät, ist aber ein ganz normales Smartphone mit einer speziellen App. Jede unserer Kühe trägt einen Chip im Ohr, und über die App können wir per Ortung sehen, in welcher Ecke des Stalls ein bestimmtes Tier gerade steht. Praktisch, wenn man im großen Laufstall eine einzelne Kuh suchen muss — wenn die Technik mitspielt.
Ehrlich gesagt: Vieles ist spontan.
Es kommt eigentlich jeden Tag was dazwischen — mal Maissilos aufdecken, mal irgendwas anderes. Aber genau das macht’s auch aus.