Meine erste Spätschicht als Treiber – und eine Kuh, die nicht mitmacht

Kontrollen, Kälbermilch und Verantwortung

Ich bin’s mal wieder – Schello! Diese Woche war ich zum ersten Mal als Treiber in der Spätschicht eingeteilt. Was das bedeutet und was dabei passiert ist, erzähl ich euch hier.

Was macht ein Treiber überhaupt?

Als Treiber ist man dafür zuständig, die Kühe in der richtigen Reihenfolge zur Melkanlage zu treiben. Klingt erstmal einfach — aber wenn man bedenkt, dass wir hier über 2.000 Tiere reden, merkt man schnell: Da steckt mehr dahinter. Du hast einen festen Melkplan, den du abarbeitest, und zwischendurch gibt’s immer was zu tun.

Der Melkplan

Die Kühe werden in festen Gruppen nacheinander zur Melkanlage getrieben — Gruppe für Gruppe, in einer genauen Reihenfolge. Zwischendurch gibt’s eine Pause für die komplette Reinigung des Melkhauses, die rund 45 Minuten dauert. Meistens kommt noch das Abwaschen von außen dazu — weil durch die Kühe immer ordentlich Kuhkacke rumliegt. Danach geht’s weiter bis alle Gruppen durch sind.

Zwischendurch: Futter ranschieben mit dem Weidemann

Während man nicht gerade treibt, gibt’s andere Aufgaben: Futter mit dem roten Weidemann ranschieben, damit die Kühe immer was vor der Nase haben. Außerdem kommen die benutzten Waschlappen für die Euter nach jeder Runde in die Waschmaschine — auch das gehört dazu.

Gruppe 68 - mein kleiner Albtraum

Ich muss ehrlich sein: Gruppe 68 ist mein kleiner Albtraum. Darin sind die Erstlaktierenden — Kühe, die zum ersten Mal in ihrem Leben gekalbt haben. Die kennen den Melkbetrieb noch nicht so gut, sind entsprechend nervös und scheu und wollen einfach nicht so recht. Da braucht man Geduld. Viel Geduld.

💡Was sind Erstlaktierende?

So nennt man Kühe, die gerade ihr erstes Kalb bekommen haben und zum ersten Mal gemolken werden. Sie müssen sich erst an den Ablauf gewöhnen — was manchmal etwas dauert.

Die Kuh, die unter dem Fressgitter durch wollte

Dann war da noch diese eine Situation im Stall. Ich war gerade mit dem Weidemann unterwegs, um Futter ranzuschieben — da hat sich eine Kuh erschrocken und ist unter dem Fressgitter hindurchgebrochen. Ich hab sofort alles zugemacht und sie erstmal in eine andere Gruppe gesperrt, damit sie nicht weiterläuft. Die Melker haben sich später darum gekümmert und meinten nur: „Kein Problem, das kann schon mal vorkommen.“ Gut zu wissen — aber in dem Moment war’s doch ein kurzer Schrecken.

Fazit: Treiber sein macht richtig Spaß

Auch wenn Gruppe 68 mich manchmal auf die Probe stellt — der Job als Treiber macht mir wirklich Spaß. Du bist ständig in Bewegung, hast Verantwortung und weißt am Ende des Tages genau, was du geleistet hast. Verantwortung für über 2.000 Kühe — das ist kein schlechtes Gefühl.
Bis zum nächsten Mal,
Schello

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