Weniger Chemie, mehr Technik – Nachhaltigkeit im Maisanbau

Unser Weg zu einem nachhaltigeren Anbau

Ein wichtiges Ziel auf unserem Betrieb ist es, den Einsatz chemischer Pflanzenschutz- und Düngemittel Schritt für Schritt zu reduzieren. Deshalb setzen wir zunehmend auf technische Lösungen und sammeln praktische Erfahrungen direkt auf dem Feld.

Düngung aus dem eigenen Kreislauf

Unsere Maisflächen werden nahezu vollständig mit dem separierten flüssigen Gärrest aus unserer Biogasanlage gedüngt.

Der Gärrest ist deutlich geruchsärmer als unbehandelte Gülle, enthält aber weiterhin wichtige Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphor. Damit können wir den Nährstoffbedarf unserer Maisbestände weitgehend decken und den Einsatz mineralischer Düngemittel deutlich reduzieren.

Durch die Nutzung des Gärrests verwerten wir die im Betrieb anfallenden Nährstoffe effizient und führen sie zurück auf unsere Flächen. So schließen wir den betrieblichen Nährstoffkreislauf und verringern gleichzeitig den Bedarf an zugekauften Düngemitteln, deren Herstellung mit einem hohen Energieaufwand verbunden ist. Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Flächen.

Ergänzend setzen wir Mineraldünger nur dort ein, wo Bodenuntersuchungen einen konkreten Bedarf zeigen.

Mechanische Unkrautbekämpfung statt Chemie

Inzwischen bewirtschaften wir etwa die Hälfte unserer Maisflächen ohne chemischen Pflanzenschutz. Stattdessen kommen Striegel und Präzisionshacke zum Einsatz, um Beikräuter mechanisch zu regulieren.

Der Striegel arbeitet flächig über den gesamten Bestand und eignet sich besonders zur Bekämpfung sehr junger Beikräuter. Seine Zinken lockern die oberste Bodenschicht, reißen kleine Beikräuter aus oder verschütten sie mit Erde. Gleichzeitig kann er die Bodenoberfläche lockern. Daher setzen wir den Striegel schon bei der Maisaussaat als Frontanbau ein.

Die Präzisionshacke arbeitet gezielt zwischen den Maisreihen. Mithilfe moderner Kamera- und GPS-Steuerung kann sie sehr nah an den Kulturpflanzen geführt werden und entfernt Beikräuter mechanisch, ohne Herbizide einzusetzen. Je exakter die Geräteführung, desto näher kann an der Maisreihe gearbeitet werden – ein entscheidender Faktor für den Bekämpfungserfolg.

Beide Verfahren ergänzen sich sinnvoll: Während der Striegel junge Beikräuter auf der gesamten Fläche erfasst, beseitigt die Hacke auch größere Beikräuter zwischen den Reihen.

Erfahrungen aus der Praxis

Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz erfordert eine genaue Beobachtung der Bestände und bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Besonders anspruchsvoll ist die Bekämpfung von Beikräutern direkt im Bereich der Maispflanzen. Hier ist sehr präzises Arbeiten gefragt: Das Ziel ist, die Unkräuter möglichst nah an der Maispflanze zu entfernen, ohne dabei die Kulturpflanze zu beschädigen. Dabei lassen sich Pflanzenverluste oder stehengebliebene Beikräuter nicht immer vollständig vermeiden.

Die Ergebnisse fallen daher nicht auf jedem Schlag gleich aus. Während sich auf manchen Flächen Beikräuter zeitweise stärker entwickeln als gewünscht, zeigen andere Bestände sehr gute Ergebnisse. Jede Saison liefert neue Erkenntnisse und hilft dabei, unsere Arbeitsweise zu verbessern.

Noch nicht perfekt – aber auf dem richtigen Weg

Auch wenn noch nicht alle Flächen den gewünschten Standard erreichen, bestätigen die bisherigen Ergebnisse den eingeschlagenen Weg. Mit jeder Saison wächst die Erfahrung im Umgang mit den Verfahren, sodass sie gezielter und erfolgreicher eingesetzt werden können.

Unser Ziel bleibt ein nachhaltiger Pflanzenbau mit gesunden Beständen und einem möglichst sparsamen Einsatz von Betriebsmitteln. Schritt für Schritt kommen wir diesem Ziel näher.

Facebook
X
WhatsApp
Threads
Email
Print