Unsere Woche bei der Fütterung
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Berufsschule: so läuft’s bei uns (Finn & Schello)
Unsere Woche bei der Fütterung
Ein ganz normaler Tag beim Milchpasteurisieren
Ein Tag bei den Kälbern🐄🍼
Zwischen Fiebermessen und Farbchaos 🩺🐄
Hallo zusammen,
Letzte Woche waren wir bei der Fütterung eingeteilt – und es war wirklich mal richtiges Winterwetter. Minusgrade, Schnee, glatte Wege… da merkst du sofort: Du musst deine Arbeit zwar schaffen, aber du darfst dabei nicht hektisch werden. Gerade bei Glätte musst du ruhig bleiben und immer aufpassen, was du machst – egal ob zu Fuß oder mit Maschine.
Tore, Stall und Kälte
Eine Aufgabe war, die Tore im Stallbereich passend zu öffnen und direkt wieder zu schließen. Während der Fütterung muss man rein und raus – aber wenn die Tore zu lange offenstehen, zieht die Kälte direkt rein und drinnen kühlt es schnell aus. Bei dem Wetter reicht gefühlt schon “kurz offen” und du hast einmal den Winter im Stall.
Silos & Wege: Vorsicht, Rutschgefahr
Dann haben wir Silos aufgedeckt, damit genug Futter bereitsteht. Das war echt nicht ohne, weil alles extrem glatt war. Egal ob zu Fuß oder mit Maschine: Ein falscher Moment und du rutschst weg – und das kann dann auch schnell gefährlich werden.
Futtermischung: viel Zeug, viel Gewicht
Wir haben außerdem Vormischungen für die Futterration vorbereitet – direkt für zwei Futtermischwagen, also praktisch rechts und links gleichzeitig. In die Vormischungen kommen Futterkomponenten mit geringem Mengenanteil, da der große Futtermischwagen diese einzeln aufgrund der kleinen Mengen nicht aufnehmen kann. Dazu gehören Ergänzungsfuttermittel mit wichtigen Spurenelementen, Mineralstoffen, Proteinen und Vitaminen, außerdem „NaBi“ (Natriumbicarbonat) für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt der Kühe sowie Futterkalk zur Calciumversorgung und zur Senkung des Risikos von Milchfieber nach dem Kalben.
Und zum Schluss kommen noch ein paar Eimer Fett als Winterzusatz dazu – einfach als Energie-Extra, damit die Tiere bei der Kälte mehr „Power“ haben.
Und ja: Bei den BigBags merkt man auch wieder, warum das nicht „mal eben“ geht – das ist schon ordentlich Gewicht, da läuft viel über den Radlader.
💡 Infobox: Was ist Milchfieber?
Milchfieber (auch „Gebärparese“ genannt) ist kein richtiges Fieber, sondern entsteht durch einen plötzlichen Calciummangel im Blut. Das kann vor allem kurz nach dem Kalben passieren, weil die Kuh dann sehr schnell viel Calcium für die Milchbildung braucht.
Woran merkt man das?
Die Tiere wirken oft schwach, stehen unsicher oder kommen nicht mehr richtig hoch.
Warum spielt Futterkalk dabei eine Rolle?
Über Futterkalk (Calciumcarbonat) kann man die Calciumversorgung unterstützen – und damit helfen, das Risiko für Milchfieber zu senken.
Lieferungen annehmen: Zuckerrüben & Improvisation
Zusätzlich haben wir Lieferungen angenommen und die LKWs zu den richtigen Stellen geleitet (Silos bzw. Schüttgut-Hallen). Diese Woche waren auch Zuckerrüben dabei. Beim Einweisen musste man manchmal improvisieren, weil viele Fahrer kein Deutsch konnten und Englisch auch nicht immer geholfen hat – da ging dann einiges über Handzeichen und „einfach hinterher“. Hat aber am Ende geklappt.
Unterm Strich: Eine Woche, in der wir wieder gemerkt haben, dass Fütterung nicht nur „Futter ranfahren“ ist. Da steckt Ablauf, Timing und Übung drin – und im Winter halt nochmal extra.
Euer Curd & Finn