Projekttage des Pestalozzi-Gymnasiums Guben – „Vom Acker bis zum Käse!“

Am 06. Juli 2023 waren Schüler der 10. Klasse des Pestalozzi-Gymnasiums Guben zu Besuch. Im Rahmen des Projektunterrichts „Vom Acker zum Käse!“ beschäftigen sich die Schüler mit der Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Am Beispiel Käse wird die Wertschöpfungskette von der Milcherzeugung bis zur Käseherstellung veranschaulicht. Hierzu besichtigen die Schüler regionale Betriebe unterschiedlicher Verarbeitungsstufen.

Der Besuch bei uns war der Auftakt des Projekts, bei dem wir den Schülern einen Einblick in die Arbeitsabläufe unserer Tierproduktion und Milcherzeugung geben konnten. Nach einer kurzen Begrüßung und Betriebsvorstellung durch den Chef, haben wir die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt, um parallel drei verschiedene Stationen besuchen zu können: Abkalbung/Haltung, Fütterung und Melken. Dazwischen gab es immer eine Pause – für den regen Austausch untereinander.

Milchgewinnung

Ich, Lilli, war für die Station „Melken“ zuständig. An unserem großen Melkkarussell habe ich den Schülern grundlegende Abläufe der Milchgewinnung erläutert. Wusstet ihr zum Beispiel, dass für einen Liter Milch 300 bis 500 Liter Blut durch das Euter der Kuh fließen müssen oder dass ein Liter Milch nicht einem Liter Wasser entspricht, weil zusätzliche Inhaltsstoffe wie Fett, Eiweiß, Laktose, Mineralien und Vitamine enthalten sind? Für viele waren diese Informationen schon ganz interessant. Noch spannender wurde es allerdings, als die Schüler selbst Hand anlegen durften. Mit Schürzen und Handschuhen eingekleidet ging es ans Melken. Wie das funktioniert, haben unsere Melker kurz vorgeführt. Wichtig dabei ist, dass erst das Euter und vor allem die Zitzen gereinigt werden. Wir benutzen dafür eine elektrische Reinigungsbürste, die rotierend die Zitzen säubert und gleichzeitig den Milchfluss anregt. Erst danach darf das Melkgeschirr angesetzt bzw. mit der Hand gemolken werden. Die Schüler waren anfänglich etwas zurückhaltend. Nachdem es die ersten Mutigen ausprobiert hatten, trauten sich aber auch einige andere und zeigten viel Spaß dabei. Zum Abschluss ging es in den Behandlungsbereich. Dort konnte ich den Schülern noch etwas über Tiergesundheit, insbesondere die Euter- und Klauenpflege, berichten.

Während ich über Milchgewinnung erzählte, hat Franzi den Schülern gezeigt, wie wir unsere Kälber großziehen und wie komfortabel unsere Kühe in den Ställen leben. Und Mahmud, unser Herdenmanager, hat an den Futtersilos erklärt, wie wichtig qualitativ hochwertiges Futter für die Gesundheit der Kühe und der Milchqualität ist.

Digitalisierung – auch in der Landwirtschaft unabdingbar

Anschließend, nachdem alle Gruppen wieder beisammen waren, hat Mahmud noch eine kurze Einführung in die vielen Computerprogramme gegeben, die wir für unsere Arbeit im Stall benötigen. Diese dienen der Dokumentation von Geburten und Abgängen, Milchmengen, Behandlungen, Gesundheitsstatus u.v.m. Letzen Endes können wir den Lebenslauf jeder einzelnen Kuh abrufen. Dass wir auch in der Landwirtschaft digital vernetzt sind, hat den einen oder anderen doch überrascht.

Nachwuchs gesucht

Franzi und ich haben zum Abschluss noch einen kurzen Überblick über die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich Landwirtschaft gegeben. Nach einer abschließenden Diskussionsrunde wurden die Schüler dann verabschiedet.

Ich hoffe, dass jeder etwas aus dem Tag mitnehmen und wir die Schüler für das Thema Landwirtschaft interessieren konnten. Eigentlich hatte ich mehr Neugier erwartet, sprich mehr Fragen und größeres Interesse daran, sich auszuprobieren. Allerdings kann ich die Zurückhaltung der Schüler auch nachvollziehen, da die Mehrheit erstmals mit Landwirtschaft in Berührung gekommen ist.

Das Projekt wird sicherlich dabei helfen, Landwirtschaft besser kennen zu lernen. Ich wünsche den Schülern jedenfalls ganz viel Spaß dabei!

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